Wacko – Da wackelt die Bude

(Wacko)

Horror-Komödie USA 1981

Regie: Greydon Clark

13 Jahre, nachdem ein Kürbiskopf tragender Mörder an Halloween sein Unwesen trieb, werden erneut allerhand Morde begangen. Der Polizist, der vor 13 Jahren erfolglos den Killer suchte und die Geschehnisse von damals nie richtig verarbeiten konnte, ist sofort zur Stelle...

Der Scary Movie der 80er...

Es gibt Filmtitel, die sind so schlecht auf lustig getrimmt, dass sie bereits vorwarnen, wie unlustig die kompletten kommenden 90 Minuten werden. Warum ich so etwas dennoch gucke? Titel wie „Beverly Hills Ninja – Die Kampfwurst“ und „Ich glaub’ mein Straps funkt S.O.S.“ beweisen das Gegenteil. Auch dies waren keine herausragenden Filme, aber immerhin Durchschnitt, die anspruchslose Kost für zwischendurch. „Wacko“ war keine solche Ausnahme, und der krampfhaft auf Partygag angehangene Beititel „Da wackelt die Bude“ steht Pate für den kompletten Film.

Wobei die Grundlagen gar nicht so verkehrt waren: Die Grundstory orientiert sich an typischen Horrorvertretern seiner Zeit, insbesondere „Prom Night“ und „Halloween“. So wie „Scary Movie“ heute, so parodierte auch „Wacko“ hauptsächlich Filme seiner Zeit, allerdings nicht nur. Da wären noch: “Das Omen“, „Alien“, "Psycho" und „Der Exorzist“ zu nennen. Alles keine schlechten Vorbilder, und alle mit Unmengen Szenen versehen, die nur darauf warten verarscht zu werden. Auch den Killer als Kürbiskopfmann umherlaufen zu lassen, und ihm als Mordwerkzeug einen Rasenmäher zu bescheren, ist sicherlich keine schlechte Idee. Wenn die Hauptrollen dann noch übliche, biedere US-Klischees veräppeln dürfen und der Ermittler zudem noch wie Kalkofes Kommissarenrolle aus „Der Wixxer“ wirkt, eine Mutation aus John Belushi und Chris Farley, dann kann man über die ein oder andere Gegebenheit nicht meckern. Bei solch positiven Punkten ist die spannendste Frage: Was ist denn nun wirklich schiefgelaufen?

Zum einen guckt sich „Wacko“ eher wie „Shriek“ oder „H3 - Halloween Horror Hostel“, als wie ein „Scary Movie“. Der Unterschied? Die ersten beiden sind in erster Linie Komödien, bei denen der Horrorgehalt eher zufällig wirkt. Die Horrorelemente sind drin, weil man eine Horrorkomödie dreht, nicht weil man wirklich den Horrorfilm parodieren will. Um letzteres zu erreichen müsste man nicht so angestrengt zitieren, wie es die „Scary Movie“-Reihe tut, aber man muss schon etwas mehr mit dem Gesehenen arbeiten, als es nun einmal „Wacko“ tut. Wiedererkennungsmerkmale sind schön und gut, aber ein Horrorfilm muss auch in seiner Atmosphäre parodiert werden. Die Hintergründe, die das Grauen in Bewegung setzen, müssen beachtet werden. Es reicht nicht einfach zu kalauern, und in diesem „Karnevalsblödsinn“ ein bisschen Horrorthematik aufblitzen zu lassen. Das ist dann einfach zu niveaulos, in Einzelfällen sicher mal zufällig witzig, im Falle von „Wacko“ aber nun mal kaum.

Das Problem ist, dass einem hier ein WitzeNiveau a la „Police Academy“ geboten wird (was ich als Freund der Klamaukreihe noch gutheißen würde) mit einem Gagpotential eines „Die nackte Kanone“. Zig Gags in einer Minute, und alle auf dem infantilen und derb klamaukigen „Police Academy“-Niveau? Nein danke, da bin ich völlig übersättigt, da kitzelt nichts mehr die Lachmuskeln, da wirkt alles nur noch gewollt. Es beginnt bereits mit der Killermaske, die zusätzlich eine peinliche Nase aufgesetzt bekommt. Und es ist spätestens dann unerträglich, wenn ewig mit sexuellprovokanten Peinlichkeiten gearbeitet wird. Ein Fips Asmussen mag sich da noch amüsieren, ich gähne nur.

Fast nur, aus dieser Ecke stammen immerhin auch so skurrile Gags wie der Freund der Heldin, der ewig wie ein Rasenmäher brummt sobald er geil wird, was den Beischlaf zum Problem werden lässt, da die Hauptfigur eine Rasenmäherphobie hat, seit sie vor 13 Jahren den Killer beim morden beobachtet hat. Das üblich biedere Paar des Films bekommt somit eine Erklärung, sie sind unfreiwillig „prüde“.

Andere Witze ziehen auch. Alle verdrehen die Augen, wenn der Ermittler wie jedes Jahr seit 13 Jahren vor dem Killer warnt, der bisher nie zurückgekehrt ist. Ebensolche Reaktionen erntet die Schülerin, wenn sie wieder mal von ihrer schicksalhaften Nacht von vor 13 Jahren erzählt. Mittendrin gibt es muntere Flachköpper, wie beispielsweise der Offkommentar in einem Rückblick, der zu Halloween spielt. Dort fährt der Cop im Clownskostüm Auto und mosert darüber, dass er als Clown herumlaufen muss. Der Grund dafür war der, dass seine Bekannte ihm seine Kostümidee geklaut habe. Dies war mein persönlicher Lieblingsgag, und mehr Hohlgags mit Köpfchen wie dieser hätten den weniger erträglichen Blödsinn mildern können. Es ist wirklich schade um die wenig guten Witze.

Schön ist auch solch bescheuerter Humor, wie ein Spaziergang über den Schulhof (der Alfred Hitchcock-Schule), alle Pärchen fummeln und knutschen, der Freund unserer Heldin streichelt sie beim Spaziergang, und sie, bieder wie eine Horrorfilm-Hauptrolle nun einmal sein muss, bittet ihn dies zu unterlassen mit der Begründung, was die anderen Schüler denn sonst denken sollten.

Auf plumper Ebene hätte „Wacko“, wenn halt auch nicht wirklich als Parodie, auf Klamaukniveau, mit den bisher genannten Elementen, vielleicht noch wirken können. Selbst die bescheuerte Pro 7-Produktion „H3“ war noch mit ganz wenig Anspruch halbwegs unterhaltsam. Aber „Wacko“ nervt nur. Man sehnt sich geradezu nach einer Handlung.

Diese erstreckt sich eine Stunde lang jedoch nur über Vorbereitungen. Man arbeitet daraufhin, dass der Kürbiskopfmann zurückkehren wird, er tut es jedoch lange Zeit nie. Der Kommissar warnt, die Biedere ist vorsichtig, der Rest geht seinem Alltag nach und freut sich auf Halloween. Das ganze wird noch mit allerlei Rückblicken gestreckt, besonders schlimm in einer Autofahrszene, in welcher der Gesetzeshüter immer wieder auf eine vergangene Nacht verweist und dabei nie die richtige erwischt. Ein solch ausgelutschter Witz hätte, wenn überhaupt, nur einmal statt viermal gewirkt, hätte dafür aber auch einen lustigen Rückblick benötigt, so wie „Die nackte Kanone“ beispielsweise damit arbeitet. Wie auch immer, erst fast nach 60 Minuten darf der Mörder wieder loslegen, das ist definitiv zu spät.

Schade ist auch, dass der schweigende Killer kurz vor Schluss doch den Mund aufmacht. Das verrät ihn nämlich, zumindest in der deutschen Sprachfassung, bereits vor dem offiziellen Enttarnen. Dies ist dann auch einer der wenigen Gründe dranzubleiben. Bei all der Auswahl an Verdächtigen, die man hier vorgesetzt bekommt, wird zumindest die Neugierde geweckt, wer denn nun der Killer ist. Diese Auflösung ist sicherlich besser zu nennen als die aus „Shriek“, leider ist sie nicht witzig, und das hätte sie in einem Film wie „Wacko“ eigentlich sein sollen.

Extrem-Klamauk im Sekundentakt mit Horrorelementen angereichert, die leider nie zur echten Parodie werden. Man wollte damals scheinbar nur schnell auf den fahrenden Zug mit aufspringen, solange Slasherfilme noch beliebt sind. Aber selbst „Parodien“ wie „H3 - Halloween Horror Hostel“ und „Was macht der Tote auf der Wäscheleine“ wissen besser zu unterhalten, als dieses zu angestrengte Stück Film, das überraschender Weise mit einem B-Star wie George Kennedy trumpfen kann. Mit „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“ hat Regisseur Greydon Clark zumindest eine etwas bessere Arbeit abgeliefert, ein Film, der zudem noch Ideenpate für „Predator“ werden sollte. Andere Filme kenne ich nicht von ihm, und ich glaube das ist auch gar nicht schlimm.

Trailer,   OFDb


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