The Giant Gila Monster

 

The Giant Gila Monster
(The Giant Gila Monster)
Horror  USA 1959
Regie: Ray Kellog


Eine übergroße Echse tötet Menschen und wandert auf eine Kleinstadt in Texas zu. Eine Gruppe Jugendlicher hilft dem Sheriff der Lage Herr zu werden.

Echt tierisch...

Dieser Monsterfilm gehört genau zu jenen, die man als Fan dieser Sparte nicht gesehen haben muss. Das Monster ist eine echte Echse, die schlecht getrickst an Ministräuchern u.ä. vorbeiläuft und Miniaturlandschaften kaputt macht. Der Trick echte Tiere größer erscheinen zu lassen war bereits in "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" nicht brauchbar eingesetzt. Dort machten die Echsen allerdings auch nicht den Löwenanteil aus. Sie waren nur eine von vielen hervorragenden Ideen. "The Giant Gila Monster" hat dies jedoch als einzigen Horrortrumpf, und damit kann man nur verlieren.

So wundert es nicht wirklich, dass dieses Werk keine deutsche Veröffentlichung bekam und somit in unseren
Breitengraden unbekannt ist. Das Problem bei besagter Art Monstertrick ist das selbe wie in Filmen, die echte Tiere in Bilder hochprojizieren (z.B. geschehen in "In der Gewalt der Riesenameisen"): es gibt keine Körperberührung mit den Opfern und den Helden.Während man in Filmen mit hochprojizierten echten Tieren zumindest Monster und Mensch in einem Bild zeigen kann, kann man mit den in "The Giant Gila Monster" angewendeten Tricks alles nur getrennt zeigen. Das macht die Wirkung lächerlicher. Da sieht man z.B. einen Mann Auto fahren. Man wechselt zur Großaufnahme einer Echse, welche die Zunge heraus streckt. Schnitt! Der Fahrer erschreckt sich und kommt von der Straße ab.

Man nutzte nicht einmal die Möglichkeit die Echse im Hintergrund zu zeigen, während vor einer Leinwand die menschlichen Darsteller agieren. Dabei kann weder Spannung noch Monster-Feeling aufkommen. Und der Spaß am Trash bleibt auch auf der Strecke, was aber weniger an der Tricktechnik liegt, die immerhin manch unfreiwillig komischen Moment zaubert. Der Mangel schundiger Freude liegt an den endlosen Pausen der Auftritte der titelgebenden Echse. Meist liefern die Dialoge nur Geschwätz, der trotz eingebrachten Humors großteils öde anzuhören ist.



Das schlimmste ist jedoch eine ständig singende Hauptrolle. Mit diesem Manko könnte ich eventuell noch leben, wenn die Lieder etwas flotter wären. Aber in einem ohnehin schon öden Film auch noch lahme Schnulzen von einem Möchtegern-Elvis zu hören ist dann doch zu viel des schlechten.

Der restliche Soundtrack ist um so besser. Er erinnert etwas an eins der Hintergrundlieder in "Die Klasse von 1984" und wäre in einem Alien-Invasionsfilm wahrscheinlich besser platziert gewesen als in einem Riesenechsenfilm. Das ändert aber nichts daran, dass einem hier sympathische Nostalgie in die Ohren geweht wird. Da hört man gerne zu. Das wäre jedoch auch das einzig positive, das mir zu „The Giant Gila Monster“ einfällt. Gerade zur Zeit seines Erscheinens gab es nun schon zwei „Godzilla"-Filme, und Amerika war mit dessen Vorreiter "Panik in New York" selbst schon tätig im Bereich Riesenechsenfilme. Obwohl der Ursprung dieses Sub-Sub-Genres aus dem eigenen Land stammte, bauten die Verantwortlichen des hier besprochenen Streifens nur Mist.

Und das Ende, das in manch anderem schlechten Film dem leidenden Zuschauer wenigstens noch ein Zückerchen präsentiert, steht dem Rest in nichts nach und wird deshalb nun von mir gespoilert: Da kommt etwas Explosives in ein Auto. Der Held fährt mit dem Fahrzeug auf die Echse zu, springt ab und der Wagen prallt schlecht getrickst auf das böse Riesenvieh und es verbrennt. Ende! Das einzig überraschende an diesem Schluss war, dass der Hauptdarsteller zur Freude aller nicht schon wieder mit dem Singen anfing. Dass dieser US-Monsterfilm-Trubadix diesmal stumm bleibt, verdankt er der Dreistigkeit des Regisseurs mit dem brennenden Monster urplötzlich und sofort zu schließen. Eine Sequenz zum sanften Ausstieg aus dem Film gibt es nicht.

„The Giant Gila Monster“ ist keine Empfehlung und nur absoluten Komplettisten ans Herz gelegt. Gerade zu dieser Filmschaffenszeit gab es deutlich bessere Produkte. Wenn es auch mal etwas anderes als eine Echse sein darf empfehle ich den, ebenfalls in Deutschland nie erschienenden "Black Scorpion". Der bietet all das was man in diesem Subgenre sehen möchte.

zum Film, Trailer, OFDb


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